Erzählte Geschichten

Posted in beruflicher Werdegang on 23.May 2008, 10:05

Der Offene Kanals Flensburg bietet alle möglichen Seminare zu Kamera. Filmen, Interview, Multimedia und wasweißichnoch an. Diese Seminare sind kostenlos und somachte ich mich gestern auf nach Flensburg zum Seminar fürs Ausleuchten im Studio.
Flensburg ist größer als Aabenraa, und hat dafür mehr hässliche, aber auch einige schöne Stellen. Gestern, mit einem Ausdruck von GoogleMaps bewaffnet, entdeckte ich eine der schönen Stellen. Awww! Eine ganz lange schmale Straße mit ganz vielen alten, bunten, gemischten Häusen mit allem möglichem Pflanzenbewuchs an den Wänden. Nachteile: es ist alles total eng, ein Auto darf man also nicht haben, auf Garten muss man auch verzichten und das Fahrrad irgendwie an der Türklinke festschließen. Oder so. Und der Weg hat Steigung. Man hat es also immer schön abwärts, oder ackert sich immer hoch.

Aber was ich eigentlich wollte. Seminar. Ich war die einzige Teilnehmerin. Bzw. es waren wohl drei angemeldet, aber die können wohl beide nur am zweiten Tag. Allerdings waren sie auch schon bei anderen Grundlagenseminaren des … Kerls da, und deswegen bekam ich sozusagen Einzelunterricht.
Der … Kerl hat eine Karriere hinter sich, von der ich nur träumen kann – wenn man die unangenehmen Teile weglässt und sich alles schöndenkt. Ausbildung in Köln beim WDR zum Kameramann, dann zum ARD. Dann mit der Deutschen Welle rund um die ganze Welt und in allen möglichen Kontinenten und Ländern gefilmt. Das war der schöne Teil. Als er meinem sehnsuchtsvollen Seufzen und dem neidischen Blick gewahr wurde, begann er, meine Illusionen zu zerstören. Natürlich sind die ersten paar Reisen – bzw. die ersten paar Tage der jeweiligen Reisen – immer schön und gut und man sieht viel und so. Aber es ist unheimlich stressig. Nervenauftreibend. Anstrengend. Hart. Einmal, dass man sich dann immer um Drehgenehmigungen und all diesen Scheiß kümmern muss, und natürlich, dass man was aushalten können muss, wenn man mit der gesamten Kamerausrüstung durch den Busch laufen muss, weil da kein Auto durchkommt. Campen zwischen Insekten und Raubtieren. Einmal wurde er von seinem schwarzen Fahrer mitten in der Savanne neben einem Rudel Löwen stehengelassen. Die Löwen fanden das nicht so toll. Er auch nicht. Das Auto kam dann nach einer halben Stunde wieder.

Hmpf. Will auch. Früher wusste ich immer nur unkonkret, dass ich gerne etwas mit Sprachen und Reisen machen möchte. Und das würde doch perfekt mit meinem Interesse Filmen harmonieren.
Wenn da nicht die Insekten wären.
Und Moore, Sümpfe, Wüsten, Bürgerkriege.
Platte Reifen.
Schlangen.
Hungrige Löwen.

Entweder man nimmt alles, oder gar nichts. Mäh. :shy:

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7 Responses to “ Erzählte Geschichten ”

  1. #1 Danath Says:

    Schlangen! :D

    :ugly:

  2. #2 Halefa Says:

    Ja! Dann habe ich auch keine Probleme mit der Tierhaarallergie! :D !

    :ugly:

  3. #3 Windchen Says:

    Gibt’s Fotos von dieser hübschen Straße? :D

  4. #4 Ivo Says:

    und alle die “tollen” Krankheiten, die man sich da einfangen kann. Von einem einfachen Sonnenstich biz zu Malaria, Tollwut (hab heute meine erste Impfung dagegen wegen meinem Zivi in Indien ab August bekommen) und was es da noch alles gibt. Nachts die Mücken kommen und lutschen dich biz zum letzten Tropfen Blut aus. Tagsüber wirste dann von grössren Raubkatzen etc gefressen :P

  5. #5 Diana Says:

    Mein Vater war Ende der 70er Südamerika-Korrespondent – der kann dir auch tolle Geschichten erzählen. Aber wenn man wirklich will – dann macht man es auch.

    Mach ein Praktikum und schau dir an wie du mit der Realität der Illusion klarkommst. ;)

  6. #6 Ivo Says:

    es ist ja nicht so dass ich da nicht hinwill. Wenn ich mal das mit anderen Projekten vergleiche ist das direkt spannend und aufregend. und die paar fliegeviehcher… mit denen wird man schon irgendwann lernen zu leben.

  7. #7 Halefa Says:

    @Windchen – Ja, das habe ich auch gedacht. Aber leider waren die Akkus meiner Kamera leer. Ich werde wohl vorraussichtlich nächsten Samstag nochmal hingehen, wenn ich gut bin und das Wetter auch, denke ich an die Kamera.

    Ivo erzählt mir dann einfach, wie hart die Realität wirklich ist. Oder ich besuche ihn ihn mal. :ugly:

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