Der Hut und ich25.06.09


Ich sehe scheiße aus. Egal – ich hab ne 10!


Das ist schon besser. *pos*

In Dänemark hat jede gymnasiale Ausbildung einen eigenen Hut. Das normale Abitur, so wie man es auch in Deutschland vom Gymnasium kennt, hat ein rotes Band.

Der schwarze Hut ist der ursprüngliche, erste Studentenhut. Eigentlich dürfen ihn heute alle tragen, aber man sagt auch, dass nur die, die Altsprachen1 oder mindestens vier Fächer mit Hoch-Niveau (A) haben, diesen tragen dürfen. Ich hatte sowohl Latein, als auch fünf Fächer auf A-Niveau, ich habe also ein volles Recht darauf, diesen Hut zu haben.

Auf der Straße gratulieren einem nun immer ganz viele Leute. Und weil der schwarze Hut trotzdem allem kaum bekannt ist, fragen auch viele, was ich denn für eine Ausbildung gemacht habe.

Kaum dänische Schüler tragen den schwarzen Hut. Ich vermute, dass es mit dem in dänischen Köpfen noch immer fest verankerten Jantelov zu tun hat und sie sich nicht besonders hervorheben wollen.

Und ich will gern wissen, wer man Plastikband verbogen hat …

  1. Kann man das so übersetzen?

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A day to remember24.06.09

Er begann mit einer schlaflosen Nacht. Ich war nicht bewusst, direkt nervös. Also keine Schmetterlinge im Bauch und so. Ich konnte halt … einfach nicht schlafen. Naja, bis ich um 11:30 Uhr Prüfung hatte (die letzte! Dänisch!), konnte ich dann doch noch ein paar kurze Dösmomente erleben, zwischen denen ich mich jedoch immer von der einen auf die andere Seite gewälzt habe. Meine Güte, sowas hatte ich bei den anderen Prüfungen doch nicht …

Nach einer kurzen meditativen Phase, in der mir durchgehend ein beruhigendes “Du kannst das. Entspann dich. Du kannst das. Gaaanz ruhig.” eingemurmelt wurde, ging es auf in die Schule. Dort war es zum Glück seehr viel ruhiger als letztes Jahr, da nur die neun Leute aus meiner Studienrichtung abschließend geprüft wurden.

Naja – der Text war nicht unbedingt mein Favoritentext: “Den Stundeløse” von Ludvig Holberg, Aufklärung. Letztendlich lässt sich jedoch sagen, dass er vielleicht doch nicht so schlecht war, denn ich verließ den Prüfungsraum mit einer Note, auf die ich kaum zu hoffen gewagt hatte: einer 10. Die beiden (Dänischlehrerin, Zensorin) fanden es total süß, wie ich mich gefreut habe und haben mich für mein Dänisch gelobt. Und wie ich es verdient hätte und dass es toll gewesen wäre, mich mit in der Klasse zu haben. Es war so toll, dass ich mich erstmal über Note, Hut und Glückwünsche freuen konnte, ehe mich meinem Abigeschenk zugewendet habe. Das den Rest des Tages jetzt fotologisch wiedergibt. :mrgreen:


L. kriegt ihren Hut auf und ich den Fokus noch nicht hin.


Hier ist es schon deutlich besser.


Eiskaffee beim Après-Brunchen.


Der meditative “Du kannst das.”-Mutmacher. Extra aus Skive eingeflogen.


Mama musste nochmal schütten. Man beachte die Eiswürfel!


Weiter gings zum super gemütlichen Grillen. In einem genialen Garten. In der Sonne.


Es folgt der obligatorische Pflanzen-Makro-Picspam.
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Prüfungsplan24.06.09

  • 07.05.2009 Dänisch schriftlich- War in Ordnung.
  • 12.05.2009 Englisch schriftlich- Joah. Ganz okay. Hoffe ich.
  • 25.05.2009 Deutsch schriftlich In 2 h 1000 Wörter geschrieben, danach 3 h in der Sonne gesessen.
  • 27.05.2009 Französisch schriftlich Da hatte eine ihren kompletten, großen PC mit!
  • 29.05.2009 Synopsis mündlich (Antarktistourismus) Gut. Ja, doch. Ziemlich gut. Aber eben nicht das Beste.
  • 10.06.2009 Englisch mündlich Joah. War halt auch nicht die Prüfung, auf die ich mich am meisten gefreut habe. 7.
  • 16.06.2009 Latein mündlich Alle Noten bei M. sind jetzt 12. *langweilig*
  • 23.06.2009 Dänisch mündlich Toll.

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Lernmotivation21.06.09

Es ist ja sehr schwierig, die ideale Lernumgebung zu schaffen. Mein Problem sind immer die Hintergrundgeräusche. Ich mag gern Radio oder Musik laufen haben, denn absolute Stille ist doch .. ablenkend. Aber dann ist das Problem – wie laut soll dann die Anlage sein? Das Radio darf nämlich auch nicht zu laut sein, denn sonst werde ich immer wieder von dem Gelaber abgelenkt und will zuhören.

So wie jetzt schon den ganzen Morgen. Denn das Thema ist das, womit ich mich demnächst beschäftigen werde: Uni. Und zwar kommt pünktlich jede Stunde zu den Nachrichten die Mitteilung, dass Kinder von Nicht-Akademikern große Probleme mit der Sprache auf dem Campus haben und oft nicht mit dem Niveau und den Fremdwortern klarkommen.
Diese Mitteilung ist sehr aufbauend, wenn man versucht, sich auf eine Dänischprüfung vorzubereiten, die dann doch recht wichtig ist, weil man demnächst an einer dänischen Uni studieren will.

Und zwar das Fach Kommunikation und Sprache.

Nu habe ich ja Eltern mit akademischen Ausbildungen – diese sind jedoch deutsch. Mal sehen, inwiefern das mir beim zukünftigen Unileben helfen wird.

Ansonsten muss ich einfach das Prinzip meiner Deutschlehrerin hier weiterführen; ein Vokabelheft mit der Betitelung “Aktive Wortschatzerweiterung”.

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Komplexe, die nur Mädchen haben20.06.09

Als man noch klein war, hatte man – also ich auf jeden Fall – dieses Problem mit Kuscheltieren. Man hatte einen ganzen Haufen von ihnen dort liegen und dann stellte sich die schwere Frage:

Welches von ihnen darf heute abend mit ins Bett?

Diese Frage ist nicht einfach, denn man muss ja gerecht sein. Wenn das eine Kuscheltier zweimal mit darf, könnte sich das andere vernachlässigt und traurig fühlen. Und ja, ich wusste, dass Kuscheltiere keine Gefühle haben. Aber irgendwie blieb diese Problematik trotzdem erhalten.

Mittlerweile ist man erwachsener geworden, und aufgrund der geringeren Anzahl von vorhandenen Kuscheltieren (die eventuell sogar gar nicht mehr mit ins Bett dürfen/müssen), hat sich diese Problemstellung auf einen anderen, dem Alter mehr angemessenen, Bereich verlagert. In meinem Fall die Technik.

Ich habe einen Camcorder. Ich liebe ihn. Ich vergöttere ihn. Ich hüte ihn.

Seit Weihnachten habe ich eine neue Kompaktkamera. Sie sieht gut aus. Sie kann was. Ich liebe sie. Ich vergöttere sie. Ich hüte sie.

Noch entsteht dort keine Problematik. Jedes der beiden Teile hat seine Talente und sie können gut miteinander leben.
Doch bald tritt ein dritter Konkurrent in ihr Leben:

Meine Spiegelreflex. Ich werde sie lieben. Ich werde sie vergöttern. Ich werde sie hüten.

Und ich werde Entscheidungen treffen müssen. Beim Fotografieren. Zwischen Fotografieren und Filmen.

Ich werde etwas vernachlässigen müssen. Und es wird sich schlecht fühlen. Und ganz schrecklich traurig. Weil es Tag für Tag alleine im dunklen Schrank liegen muss.

Warum lebe ich nur in so einem Luxus? :cry:

:mrgreen:

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